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Biographie

der Namen gebenden Person

Witte, Friedrich Martin Sigismund Carl
geboren am 19. Februar 1829 in Rostock
gestorben am 31. Juli 1893 in Warnemünde

Friedrich Witte begann als 16-jähriger eine Apothekerlehre in Berlin, wo er Theodor Fontane kennen lernte. 1851 studierte er Naturwissenschaften in Berlin und Rostock, worauf er 1853 seinen Doktortitel erhielt. Die Lebenswege beider Freunde sollten recht unterschiedlich verlaufen. Fontane, der dichtende Apotheker, wurde ein bedeutender Schriftsteller; Witte, ein Apothekerlehrling mit dichterischen Ambitionen, wurde ein erfolgreicher Pharmazeut.

Nach seiner Rückkehr nach Rostock übernahm er 1856 die väterliche Hirschapo­theke in Rostock. Er entwickelte neue Herstellungsverfahren und entdeckte mit dem aus Güstrow stammenden Chemiker Carl Grosschopf verschiedene Fermente gegen Verdauungsstörungen, darunter Labpulver, Pepton und Pankreatin. Wittes Pepton erlangte durch die bakteriellen Forschungen von Robert Koch sogar Weltruf.

1862 gründete Friedrich Witte eine Chemiefabrik in der Schnickmannstraße 14. Erstmalig gelang ihm 1871 die Gewinnung von Coffein in kristalliner Form aus Teestaub. 1873 ent­deckte Wittes Mitarbeiter Carl Grosschopf in diesem Gebäude das Pepsin; 1877 folgten Labpulver und Pepton. Die in Wittes Fabrik produzierten Pharmaka wurden bis in die USA und nach Russland exportiert.

Die Gewinnung von kristallisiertem Pepsin glückte dem Chemiker John Ho­ward Northrop im Jahre 1930. Bereits 1898 jedoch verwendete der Chemi­ker Caleb Bradham aus New Bern (North Carolina) das in Kolanüssen enthaltene Pepsin zur Herstellung eines Softdrinks, der später als weltweit beliebtestes Erfrischungsgetränk die Märkte erobern sollte. Die Pepsi, von Bradham nach dem in der Kolanuss enthaltenen Pepsin benannt, ist der Pionier auf dem Markt der Colagetränke und noch bis heute das weltweit am meisten verkaufte Erfrischungsgetränk.

Aber Friedrich Witte war nicht nur erfolgreicher Wissenschaftler und Unternehmer. In der Zeit von 1863 bis 1885 arbeitete er als Mitglied des Magistrats zu Rostock und war von 1878 bis 1890 sogar Reichstagsabgeordneter. Als engagierter liberaler Poli­tiker widmete sich Witte der Handelspolitik und war Mitbegründer und Vorsitzender des Meck­lenburgischen Handelsvereins. 1893 verstarb Friedrich Witte an einem Kehlkopfleiden.





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